So meine Lieben...nun bin ich schon seit 2 Monaten hier..
...und es kommt mir vor als wäre es viel länger...so vieles ist schon normal und zum Alltag geworden..man kann es kaum glauben..aber einiges ist auch noch etwas fremd....was genau kann ich gar nicht mal sagen....doch es gefällt mir immernoch unglaublich gut hier. Auch wenn das Wetter zu dieser Jahreszeit eigentlich nur aus Regen und Wind besteht, aber doch gibt es auch einige Tage an denen der schönste Sonnenschein einen begrüßt :-)
Es hat sich einiges getan seit meinem letzen Eintrag, der gerade mal eine Woche her ist :-). So schnell kanns gehen.
Ich glaube ein oder zwei Tage später, es müsste der 29.10. gewesen sein, nachdem ich den Eintrag geschrieben hatte, bekam ich gleich zwei Anrufe an einem Tag. Zwei Vorstellungsgespräche!!!! Ich war soo glücklich..dass ich sogar Luftsprünge durch mein Zimmer gemacht habe. Drei Wochen lang kam nichts auf meine vielen Bewerbungen zurück und dann gleich zwei.
Und meinen Scheck von Buffalo Jeans habe ich auch noch am gleichen Tage meines Eintrages bekommen und alles ist nun wieder gut. Hat auch lange genug gedauert. Die leben hier doch noch bei manchen Sachen hinter dem Mond.
Das erste Anruf kam von "GUESS?", einen Klamottenladen, der international bekannt ist und bei denen ich schon im September meine Bewerbung abgeben habe. Sie luden mich für ein Vorstellungsgespräch am Montag, den 02.11. ein. Es war ein tolles Gefühl :-). Ein paar Stunden später, nach dem ich vom Einkaufen wieder kam, klingelte mein Handy schon wieder. Ich hatte mich schon bei dem ersten Anruf sehr gewundert...mein Handy klingelt nämlich so gut wie nie. Diesmal war es das Daybreak Deli...was oder wer war das noch gleich? Hatte ich mich da wirklich beworben?? Ich konnte mich nicht mehr erinnern. Konnte auch daran liegen, dass ich mich bei soo vielen beworben habe, da steigt man irgendwann gar nicht mehr durch. Jedenfalls sollte ich mich gleich am nächsten Tag dort vorstellen. Leider fand ich im Internet überhaupt keine Informationen darüber und ich hatte keine Ahnung was da auf mich zukam. Gott sei Dank hat mir Ralf (Danke nochmal dafür) ein paar Infos über das Daybreak geben können. Dazu später mehr...
Am nächsten Morgen, machte ich mich langsam an meine Vorbereitungen für mein Vorstellungsgespräch, zog wie immer meinen lila Anzug an und machte mich auf den Weg zum Daybreak Deli. Ich sollte zwischen 14 Uhr und 17 Uhr da sein. Natürlich war ich pünklich wie die Maurer oder die Soldatentochter, 10 Minuten vor 14 Uhr da und machte dem Klichée der Deutschen alle Ehre :-). Dort angekommen, stellte ich mich vor, das Gespräch lief...ganze 10 Minuten....dann wurde ich gefragt, ob es okay wäre, wenn ich Montags bis Freitags von 8.00 Uhr bis 14 Uhr arbeiten würde...ich hatte den Job. Ich konnte es gar nicht glauben und sagte natürlich ja....Ich fuhr mit einem riesen Grinsen wieder nach Hause...endlich ging es wieder bergauf.. Montag sollte es losgehen.
An diesem Tag gingen Antje und ich abends noch ins Roxy, die beste Disco in Downtown..finde ich zumindestens. Der Inhaber des Roxys, soweit ich weiß, ich der Frontsinger von Nickelback, falls euch das was sagt. Und er selbst, sei wohl auch oft dort zufinden. Ich hoffe, er macht mal eine Visite, wenn ich dort bin. Ich finde es besonders gut, das dort immer eine Liveband spielt und jede von ihnen richtig gut ist. Die komplette Musik ist Rock, die ich eigentlich gar nicht so oft höre, aber es ist einfach diese Atmosphäre, die passt und alle gute Laune haben...einfach mal abrocken :-P. Der Club ist sehr beliebt und man muss immer mit einer Wartezeit von mindestens einer halben Stunde rechnen...aber es lohnt sich!!! Der ganze Tag war einfach nur toll...ich hatte wirklich einen Grund zufeiern :-) und meine Mitbewohner mit mir.
31.Oktober: HALLOWEEN!!!!!!!!!!
Endlich..ich hatte soo lange darauf gewartet mein erstes richtiges Halloween zufeiern...und nun war der Tag da. Am Mittag und Nachmittag fuhren Antje und ich nach Downtown, um noch ein paar Erledigungen zumachen und natürlich Sushi essen zugehen :-)..yum yum.. Es war ca. 15 Uhr und die meisten Leute waren schon verkleidet...entweder machte jede Arbeitsstelle eine Halloweenparty, oder das feiern ging schon nachmittags los. Schnell wurde das Zweite klar. Jeder Club, jede Bar und alles hatte schon offen. Vor jeder Tür eine lange Schlange mit verkleideten Leuten. Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass es erst abends so richtig los geht, aber falsch gedacht. Den ganzen lieben Tag lang ist natürlich Halloween :-).
Um 18 Uhr haben wir uns dann langsam fertig gemacht und unser Kostüm angezogen. Caroline, Antje und ich haben uns überlegt als Katzen zugehen..."Miau!"...also, hatten wir drei ganz niedlich Katzenohren auf, einen Katzenschwanz und natürlich eine Halsband mit einem Glöckchen dran. Auf dem Weg zum Club, sahen wir ganz viele Familien oder Mütter mit ihren Kindern, die von Haus zu Haus gingen und Süßigkeiten einsammelten.
Zum Glück war es im Roxy so laut das wir die Glöckchen nicht hören konnten, dass wäre sonst auf Dauer sehr nervig geworden. Alle hatten tolle und vorallem ungewöhnlich Kostüme an. Ein Mädchen ist z. B. als Nachttischlampe gegangen. Sie hatte sich einen echten Hocker vor den Bauch geschnallt. Darauf klebten ein Wecker, Taschentücher, ein Schlafmaske, ein Buch und alles was man noch so alles für die Nacht braucht. Viele gingen auch als Top Gun Piloten, was ich persönlich richtig gut fand ;-). Aber wir, waren fast die einzigen Katzen, obwohl wir davon ausgingen, dass wir in der Mehrheit sind. Es war ein toller Abend, wie ihr bestimmt an den Fotos gesehen habt...das BESTE erste Halloween, was man sich wünschen kann :-)
Es wurde Montag und mein erster Arbeitstag stand an...6.40 Uhr klingelte mein Wecker und ich musste seit langem mal wieder früh aufstehen..um genauer zusein..seit der Schulzeit^^. Ich war kurz vor 8.00 Uhr da und wurde mehr oder weniger in meine Arbeit eingeführt. Um das Ganze abzukürzen..meine Arbeit besteht darin, Gemüse, Käse und Fleisch mit einer überdimensionalen Brotmaschine für die Sandwiches zuschneiden, Bacon auf Bleche zulegen und in den Ofen zuschieben, genauso den Teig für unsere selbstgemachten Cookies, ebenso Backkartoffeln und dann gestalte ich noch Salate.
Das aber alles nebenbei...zuerst kommen natürlich die Kunden an die Reihe...dann werden noch Sandwiches gemacht..alle möglichen Varianten..das fängt schon mit dem Brot an...sieben verschiede Brotarten haben wir...und dann alles je nach dem, was der Kunde haben möchte. Am Anfang hatte ich echte Schwierigkeiten mir die Brote mit Ihren englischen Namen zumerken, die ich alle noch nicht kannte...aber wenn man das öfter macht kommt man ganz schnell in die Arbeit hinein. Wenn dann mal nicht so viel los ist, räume ich schnell die Tische ab und weiter gehts. Gegen Mittag ist es immer am vollsten. Alle wollen auf einmal Mittagessen und es ist richtig Stress angesagt, und genau das macht mir am meisten Spaß. Da wird man richtig gefordert, denn was ich gar nicht mag, ist Langeweile. Und das tolle ist, ich merke wie mein Englisch jeden Tag besser wird und wie schnell ich lerne. Das ist völlig anders als in der Schule. Hier höre ich ein Wort und es ist gespeichert..alles geht richtig schnell und meine Mitarbeiterin Doris (eine Kanadierin) dachte ich käme aus England, weil ich keinen Akzent habe..jedenfalls keinen Deutschen :-). Und ganz süß ist, das sie mich immer Genna nennt.
Heute ist ihr aufgefallen, das ich ganz anders ausgesprochen werde, aber ich mag den Namen Genna und nun werde ich weiter so genannt, gefällt mir..mal etwas anderes :-). Sie stellt mir auch immer alle Kunden vor, denn die meisten von ihnen sind Stammkunden und kommen jeden Tag..und das schon seit Jahren..alle sind super lieb und fragen mich mehr oder weniger über mein Leben aus, weil sie es ganz spannend finden, dass ich noch so jung bin und das alles alleine mache. Am Ende meines Arbeitstages, mache ich die Salatbar zu, indem ich alles einpacke und in den Kühlschrank stelle, die riesige Maschine reinige, alle Tische abräume und das warme Mittagessen in die Küche bringe. Ja, es ist ein recht stressiger Job, der mir aber richtig Spaß macht, und so etwas ist, was ich schon immer mal machen wollte. Und....ich kann mich vollfuttern...ich kann bis auf das warme Essen alles essen was ich möchte...es wird mir nichts berechnet. Ich darf auch Kaffee trinken und Wasser oder was immer ich möchte....deswegen esse ich Zuhause kaum noch Abendessen, weil ich keinen Hunger mehr habe..und ich spare dadurch etwas Geld:-)
Am Mittwoch habe ich zum erstmal frei, da hier der Remenberance Day ist, an dem an die Opfer des 2. Weltkrieges gedacht wird.
Dann war da ja noch das zweite Interview bei "GUESS?"....das war ein Gruppeninterview. Wir waren zu fünft und ich kam mir ziemlich komisch vor. Alle hatten mehrere Jahre Retail- und sogar Managererfahrung und ich kleine süße 2 Wochen Buffalo Jeans "nah toll":-P. Viel erhoffen tue ich mir nicht, aber vielleicht bekomme ich ja einen Anruf, dass ich ein paar Stunden in der Woche arbeiten kann und mir noch etwas Geld dazu verdiene.
Seit dem 01. November habe wir auch wieder einen Zeitunterscheid von neun Stunden, da wurden bei uns die Uhren umgestellt. Zwar etwas später, aber immerhin. Bin davon ausgegangen, hier würde man nicht die Uhren umstellen...aber doch ;-)..also keine acht Stunden mehr:-)
Habe jetzt schon oft in den Medien verfolgt, wie die Schweinegrippe in Deutschland verläuft, und ich muss sagen hier in Kanada sieht es nicht viel besser aus. Alle haben Angst und viele sind erkrankt bzw. gestorben. Seit Anfang des Monats läuft hier die Impfung auch auf Hochtouren. Doch die meisten lassen sich nicht impfen. Sie scheinen mehr Angst vor den Nebenwirkungen der Impfung zuhaben, als vor der Grippe selbst. Die Nebenwirkungen dauern aber nur höchstens vier Tage und keine drei Wochen wie die Grippe selbst, die auch einen sehr schlechten Ausgang haben kann. Ich habe mich vor drei Tag impfen lassen, weil viele Geschäftsleute aus dem Gebäude in dem ich arbeite erkrankt sind und ich absolut kein Risiko eingehen möchte. Ich hatte zwar Schmerzen im Arm und mir ging es auch so nicht gut. Das war aber nur zwei Tage und heute gehts mir wie immer..gut..die Stelle am Arm tut zwar noch weh, aber es wird schon viel besser. Jeder sollte selbst entscheiden, ob er sich impfen lässt, aber das hier soll ein kleiner Aufruf sein. Ich habe die Impfung sehr gut überstanden und hoffe das ich die Grippe nicht bekomme und wenn nur sehr milde....man sollte damit nicht spaßen.
So nun habe ich aber genug geschrieben, ich glaube das ist bis jetzt der längste Text :-)
Ganz liebe Grüße aus dem kalten Vancouver
Eure Gina